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Entscheidungsbäume, Schlagzüge, Worst Cases
Soltis weist noch einmal darauf hin, wie wichtig es ist, den intuitiven Zug mit Hilfe von genauer Rechenarbeit zu überprüfen. Nach Botwinnik waren Larsen und Taimanov sehr starke Spieler, die aber oft zu schnell zogen und zu sehr ihrer Intuition vertrauten. Aus diesem Grund hat sich Botwinnik dazu gezwungen, vor jedem Zug im Minimum eine Minute zu überlegen, bevor er den offensichtlichen Zug zog.
Das Rechnen und Visualisieren von Stellungen muss man trainieren. Von Wunderkindern sagt man, dass sie ein "geometrisches" Gedächtnis besitzen würden. Offenbar fällt Ihnen das Visualisieren leichter.
[Entscheidungsbäme] [Worst Case] [Forcierte Züge] [Übersehen] [Schlagzüge] [Rechnen] []
Entscheidungsbäume
Rechnet man alle Kandidatenzüge und deren Unterzüge durch, so bewegt man sich gemäss Entscheidungstheorie in einem Varianten (oder Such-) baum. Manche äste sind kurz, weil sie z. B. in unsinnigen Zügen oder eindeutigen Bewertungen enden, lange Schlagreihen führen mitunter zu sehr langen Varianten und tiefen Bäumen. Die Komplexität eines Kandidatenzugs hängt davon ab, wie feingliederig der entstehende Variantenbaum ist. Befindet man sich in einem Baum zuunterst und springt eine Ebene zurück, so spricht man in der Informationstheorie auch von Backtracking (z.B. in der logischen Programmierung).
Grundsätzlich trainiert man erst flache Entscheidungsbäume, dann tiefere. Dies ist das Ziel des Taktik-Trainings (Mattkombinationen in 1 Zug, 2 Zügen etc. lösen). Man muss lernen, die Variantenbäume zu visualisieren. Soltis rät davon ab, 10 Züge vorwärts rechnen zu wollen, da die Gelegenheit dazu sehr selten vorkomme. Es ist viel wichtiger, die kurzen Varianten exakt berechnen zu können.
Beispielpartie »Karpov - Kamsky, World Championship (FIDE), 9th
Beispielpartie »Delgado - Zambrana, Santa Clara 2004
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Worst Cases
Am wichtigsten aber ist, dass man das Worst Case Szenario im Baum gesehen hat (was ist die schlechteste mögliche Variante für mich im Baum?). Diese Ansicht steht im Gegensatz zum Leben, wo man oft genug nur von der besten möglichen Variante ausgeht. Soltis spricht hier von "sloppy optimism", etwa "schludriger Optimismus" - man ist faul und denkt, dass schon alles funktionieren wird.
Beispielpartie »Gurevich - Rublevsky, Fra Team Championship 2004
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Das Problem der forcierten Züge
In einem Variantenbaum sind hauptsächlich forcierte Züge interessant. In einer ausgewogenen, stabilen Stellung mit 10 Kandidaten lohnt es sich nicht, einen Baum berechnen zu wollen. Hier vertraut man besser auf seine allgemeine Fähigkeit zur Stellungseinschätzung.
Beispielpartie »Larsen - Saidy, San Antonio 1972
Beispielpartie »Morosevich - Cvitan, Bled 2002
Das Problem des "forcierten Zuges" ist, dass er möglicherweise nicht so erzwungen ist wie man selber glaubt... Hier liegt das Feld der Zwischenzüge, überseher, überraschenden Kombinationen etc. Oder wie Kortschnoi einmal gemeint haben soll: "All obvious moves look dubious after the game."
Beispielpartie »Polgar - Aronian, Essent 2003
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"Komplette überseher"
Eigentlich gibt es keine überseher - es gibt nur Züge, die man nicht in Erwägung gezogen hat. Man wählt die 3-4 möglichen Kandidaten aufgrund der gelernten Muster und Einsichten, die in den vorausgegangen Kapiteln erläutert wurden - Somit ist ein überseher im Prinzip nichts anderes als ein nicht gelernter Zug - der "Musterdetektor" hat nicht angeschlagen.
Unser Detektor erkennt v. a. gelernte oder erfahrene Stellungen sowie einfache Züge wie Matts, Schachs, Schlagen etc.. Weniger aber die stillen und feinen Manöver, die scheinbar nichts drohen. Diese werden unbewusst der Kategorie "Positionelles Schach" zugeordnet, wo überseher weniger krasse Folgen haben. Ein klarer Unterschied zwischen Meistern und Amateuren ist, dass die Meister häufiger die nicht forcierten Züge übersehen, die Amateure aber mehr die forcierten...
Beispielpartie »Akopian - Kramnik, Wijk an Zee 2004
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Schlagzüge
Unsere Variantenberechnung leidet darunter, dass hauptsächlich Schlagzüge angeschaut werden. Wir sind gegenüber überraschenden Manövern verletzlich, da sie uns nicht so prägnant ins Auge stechen.
Beispielpartie »Macieja - Sadvakasov, Curacao 2003
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Wie weit rechnen?
Normalerweise rechnet man in einem forcierten Baum alle erzwungen Züge durch plus 1 Halbzug. Allerdings kommt hier wieder die Intuition ins Spiel - wenn man spürt, dass noch etwas drin liegt in der Stellung, dann schaut man noch einmal genauer hin und rechnet weiter.
Beispielpartie »Kulaots - Chuchelov, Istanbul 2003
Beispielpartie »Sasikiran - Sakaev, Politiken Cup 2003
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