Am 26. Februar fand im Theatersaal des Altersheims Klus Park die zentrale Schlussrunde der Zürcher Mannschaftsmeisterschaft (ZMM) statt. Dabei kam es zum Spitzenduell der beiden bis dahin ungeschlagenen Teams Réti Zürich und der Schachgesellschaft Zürich.
Die ZMM wurde dieses Jahr im doppelrundigen Rapidformat ausgetragen. Somit wurden an jedem der sechs Bretter zwei Partien gespielt. Da die SG Zürich mit mehr Brettpunkten als Tabellenführerin in die letzte Runde ging, reichte ein 6:6 zum Titelgewinn.
1. Runde
Schon früh zeichnete sich in der ersten Runde eine klare Tendenz ab. Während Anthony bereits früh mit erheblichem Bedenkzeitvorteil und Mehrbauern auf eine komfortable Stellung schauen konnte, sahen viele der anderen Partien zunächst angenehmer für Réti aus.
Doch als Kirill einen Mehrbauern gewann und Marcel ein unklares Endspiel erreichte, schien sich das Blatt zu wenden. Auch Jörg erreichte ein Turmendspiel mit einem Bauern weniger, das durchaus haltbar aussah. In der Zwischenzeit hatte Anthony seinen Vorteil souverän verwertet.
In der anschliessenden Zeitnotphase ging dann alles sehr schnell. Bis auf Jörgs Partie gingen alle Bretter verloren. Nach langem Kampf musste schliesslich auch Jörg seine Waffen strecken: 1:5 für Réti.
2. Runde
Mit dieser nahezu irreparablen Hypothek ging es in die zweite Runde. Schon früh zeigte sich ein deutlich anderes Bild als zuvor: Die meisten Stellungen sahen leicht angenehmer für unsere Seite aus. Dennoch würde Réti bereits ein Sieg und ein Remis aus sechs Partien zum Titelgewinn reichen.
Kirill machte den Auftakt mit einer überzeugenden Verteidigung nach einem Figurenopfer seines Gegners. Nachdem der Angriff abgewehrt war, liess er sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Kurz darauf musste Pawel jedoch in einem trockenen Endspiel den ersten halben Punkt abgeben. Wie schon in der ersten Runde hatte Anthony früh Vorteil gegen seinen Gegner erlangt, und es schien eine reine Routineaufgabe zu werden. Nach einem überraschenden Figurenopfer war nochmals präzises Spiel nötig, doch Anthony bewies Klasse und stellte das zwischenzeitliche 2.5:0.5 sicher.
Es ging Schlag auf Schlag weiter: Jörg gab seine Partie Remis – seine Mehrqualität konnte den gegnerischen Freibauern nicht ausreichend kontrollieren. Fast gleichzeitig konnte Marcel sein provokantes Bauernopfer aus der Eröffnung mit aktivem Figurenspiel rechtfertigen und zum Sieg führen. Damit stand es 4:1.
In der letzten Partie des Tages war eine völlig offene und wilde Partie von Odd Martin im Gange. In einem atemberaubenden Duell in den letzten Sekunden konterte Odd Martin die Gabeldrohung seines Gegners mit einer eigenen Gabel – und gewann die Dame. Sein Gegner gab sofort auf.
Mit diesem Schlusspunkt zum 5:1 war das 1:5 aus der ersten Runde ausgeglichen: 6:6 Endstand.
Ein insgesamt faires, wenn auch zwischenzeitlich sehr unerwartetes, Unentschieden, das der SG Zürich den Gesamtsieg in der ZMM-Saison 2026 sicherte.
Zur Feier des Tages wurden im Anschluss noch einige Blitzpartien im Klublokal gespielt, bei denen der Titelgewinn gebührend gefeiert wurde.